Einleitende Worte

17. Mai 2015, 20:00, Rote Fabrik Zürich

Panel: Carte blanche à Tariq Ramadan: „Was ist ein Europäischer, was ein Schweizer Islam?“

Der Anteil an Muslimen in der Schweiz entspricht rund 5% der Bevölkerung, der Islam ist somit die zweitgrösste Religionsgemeinschaft. Ein Drittel von ihnen besitzt einen Schweizer Pass. In Frankreich ist der Anteil bei 8%, zwei Drittel davon haben einen französischen Pass. Ähnliche Zahlen gibt es zu Deutschland und zu England. Der Islam ist Bestandteil Europas geworden. Ist es daher angebracht, den Schwerpunkt auf die Forderung nach „Integration” zu legen, wenn die Situation der Muslime, wie Ramadan diagnostiziert, „postintegrativ“ ist? Hat die Mehrheit der Muslime nicht ein bikulturelles Selbstbewusstsein und ist in dieser Gesellschaft längst angekommen? Angesichts des Fokus des Westens auf Identität und  Integration, der der Vielfalt nicht förderlich ist, ist für Ramadan die Frage von heute nicht  die: »Woher komme ich?«, sondern: »Wohin gehe ich und mit wem?«. Statt Integration müssten Mitbestimmung und Teilhabe, die volle Anerkennung des Islam gefördert werden.

 

Gäste: Der Schweizer Islamwissenschaftler Tariq Ramadan ist Präsident des European Muslim Network, arbeitet am St. Antony's College an der Oxford University. Moderation: Alain Gresh, ehemaliger Chefredaktor des “Monde diplomatique”.

Einleitende Worte: Roland Merk, Schriftsteller und Philosoph.

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